Das Hospiz Louise kann nunmehr auf eine überaus erfolgreiche Geschichte von über 20 Jahren – und damit bis in die Anfänge der Hospizbewegung in Deutschland, in der es eine Vorreiterrolle einnehmen konnte – zurückblicken.
So geschätzt die jetzige räumliche Unterbringung in der Kaiserstraße 21 auch ist, so machen sich zunehmend die räumlichen Grenzen, und das Alter der Bausubstanz und der technischen Anlagen bemerkbar. Insbesondere die fehlende Barrierefreiheit schränkt den Bewegungsradius von Gästen ganz erheblich und nachhaltig ein.
Um der Einrichtung auch zukünftig einen adäquaten, fachlich herausragenden Fortbestand und damit die Grundlage für den würdevollen und menschlichen Umgang mit den Gästen zu ermöglichen, wurden verschiedene Möglichkeiten der räumlichen Weiterentwicklung untersucht. Bedauerlicherweise sind diese in der Kaiserstraße nicht gegeben.
Die Anforderungen der DIN 18040 (Barrierefreies Bauen) und Vorgaben der Landesheimbauverordnung (LHeimBauVO) des Landes Baden-Württemberg können in zahlreichen Punkten aus bautechnischen und geometrischen Gründen, selbst bei Inkaufnahme unverhältnismäßig hoher Kosten nicht realisiert werden.
Fest steht jedoch, dass das Hospiz auch weiterhin in der Weststadt, mitten im Leben Heidelbergs, seinen Platz haben soll.
Nach verschiedenen Überlegungen und Untersuchungen kristallisierte sich das Gebäude in der Wilhelmstraße 3 - 5 als ideal geeigneter Standort heraus.
Die angestrebten Funktionen lassen sich auf der Fläche gut unterbringen, angrenzend an den Wilhelmplatz mit Markt und anderen Aktivitäten lässt sich auch vom Zimmer oder Bett aus am Leben teilhaben. Bekannte Geräusche, wie die Glocke von St. Bonifatius, bleiben erhalten. Die unmittelbare Nähe zum St. Josefs-krankenhaus sichert die medizinische Versorgung wenn nötig, trotzdem ist und bleibt das Hospiz ein Wohnhaus wie jedes andere in der Nachbarschaft.
In der Wilhelmstraße wird sich das Hospiz zukünftig auf vier Etagen räumlich ausdehnen können. Auch die bereits lange gehegte Absicht, zukünftig acht Plätze für Gäste anbieten zu können, lässt sich hier realisieren. Dies ermöglicht insgesamt einen wirtschaftlicheren Betrieb bei immer noch kleiner Gruppengröße und einem unveränderten Höchstmaß individueller und persönlicher Betreuung und Fürsorge.
Der barrierefreie Zugang zu allen Geschossen wird durch einen neuen (auch mit Krankentrage befahrbaren) angebauten Aufzug ermöglicht. Die historische Fassade des Gebäudes bleibt erhalten und wird bautechnisch ertüchtigt.
Die acht Plätze für Gäste werden zukünftig im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss jeweils in Einzelzimmern mit eigenem, kleinen Badezimmer (Dusche, WC, Handwaschbecken) organsiert. Von allen Gästezimmern aus soll der Austritt auf einen kleinen Balkon ermöglicht werden. Notwendige technische Anlagen, wie z.B. Schwesternruf, werden unauffällig in Einbauten integriert und gewährleisten die nötige Sicherheit, ohne die Atmosphäre der Räume zu beeinflussen. Über eine indirekte Beleuchtung lassen sich verschiedenen Lichtsituationen erzielen.
Im obersten Geschoss befindet sich ein Übernachtungszimmer für Angehörige, ebenfalls mit eigenem Badezimmer. Auch hier vorgesehen ist ein Raum der Stille, der Rückzugsmöglichkeit für Angehörige.
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